MERIAN Die Bretagne 4/XVI April 1963

Titelbild: Europa / Frankreich - Die Bretagne / »POINTE DU RAZ« ist eine Aufnahme von Josef Jeiter

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Original Inhaltsbeschreibung:

MERIAN-Brevier der Bretagne

Ungefähr 2500 bis 1500 v. Chr.: Steinzeitkultur am Golf von Morbihan. Seefahrer aus Kult der der Großen Mutter mit. In Locmariaquer werden die Dolmengräber der Könige geschichtet, in Carnac Menhirreihen als Kultstätten errichtet.

58 v. Chr. besiegt Julius Caesar die gallischen Veneter in einer Seeschlacht bei Vannes und besetzt die Bretagne.

Vom 5. bis zum 7. Jh. wandern vor den Angeln und Sachsen aus England geflohene Kelten nach Klein-Britannien (Bretagne) ein. Sie bringen ihre Sprache und das Christentum mit.

844 besiegt der bretonische Fürst Nomina die Franken und einigt die Bretagne.

1166 verleibt Heinrich II. Plantagenet die Bretagne seinem englisch-französischen Großreich ein.

1213 begründet Pierre Mauclerc das bretonische Herzoghaus.

1351 besiegt Jean de Montfort im Bretonischen Erbf olgekrieg den Kronkandidaten Charles de Blois und leitet – nun mehr Herzog Jean IV. – eine politische und künstlerische Blütezeit ein.

1491 heiratet die Tochter von Francois II., Anne de Bretagne, den franz. König Karl VIII., 1499, nach dessen Tod, Ludwig XII. Das Land fällt an die Krone, bewahrt aber Selbstregierung und innere Autonomie.

Das 16. und 17. Jh. beschert der von den Religionswirren unberührten Bretagne Wohlstand (durch Seehandel, Tuchindustrie) und Kunstblüte. Die Pfarrbezirke und Kalvarienberge entstehen.

1789 beendet die Französische Revolution das politische Eigenleben der Halbinsel. Viele königs- oder priestertreue Bretonen schließen sich dem Aufstand der Chouans an.

Im 19. Jh. entdecken Reisende und Maler, unter ihnen Stendhal, Flaubert und Gauguin, die herbe Eigenart der Bretagne.

CARNAC: In 11 bis 13 Reihen ziehen sich 3000 Menhire kilometerlang über die Heide. Tumulus Mont-Saint-Michel mit 125 m Länge und 12 m Höhe einer der größten Grabhügel Europas. Ausgrabungsmuseum. Kirche Saint-Corngly mit Deckenmalerei.

COMBOURG: Schloß, im 11. Jh. erbaut, im 14. und 15. Jh. erweitert; Bewohner u. a. der Dichter Chateaubriand.

CONCARNEAU: Fischerhafen mit befestigter Altstadt-Insel.

CROZON, an Naturschönheiten reiche Halbinsel: Die Grotten von Morgat; Cap de la Chivre; die Pointe de Pen-Hir; der Langusten- und Thunfischhafen CAMARET. Urtümliche Dörfer. Gesamtblick vom Menez-Hom.

DIN AN: Malerische Fachwerkhäuser. Ein 34 m hoher Bergfried (14.-15. Jh.) bekrönt die Stadtmauer. Kirche Saint-Sauveur mit Löwenportal des 12. Jhs.

DOL: Kathedrale Saint-Samson, 13. Jh., in normannischer Gotik; Länge 100 m, Gewölbehöhe 20,5 m; Chorgestühl und Fenster des 14. Jhs.; Renaissancegrab von 1506. In der Grande-Rue romanische Häuser.

LE FOLGOET: Berühmte Wallfahrt (Pardon) am 718. September. Wallfahrtskirche Notre-Dame (1422 bis 1460) mit flamboyantem Dekorinnen herrlicher Lettner aus rotem Granit; gotische Altäre und Figuren; Fensterrose; majestätische Turmgruppe.

FOUGERES: Wuchtige Grenzfestung (12.-15. Jh.) gegen Frankreich; 130 m Mauerlänge, 13 Türme (darunter der 30 m hohe Melusinenturm). Kirche Saint-Sulpice. Von der Oberstadt herrlicher Blick auf Schloß und Tal.

GUIMILIAU: Barockbewegter, erzählfreudiger Kalvarienberg (Calvaire) von 1581-88 mit 150 Figuren; Beinhaus; am Kirchenportal reizende Steinfiguren; geschnitzter farbiger Holzbaldachin über dem Taufbecken; viel gute Plastik.

JOSSELIN: Stammschloß der Familie Rohan; türmestarrende Außenfront (1370-80); spätgotisch üppig dekorierter Innenhof (1490-1505). In der Kirche Notre-Dame-du-Roncier Mausoleum von Olivier de Clisson (1- 1407) und Marguerite de Rohan.

KERJEAN: Schönstes Renaissanceschloß der Bretagne (1553-1590); Park, Wehrmauer, Kapelle mit Schnitzereien; in den Wohngebäuden alte bretonische Möbel.

KERMARIA: Landkapelle des 13. bis 18. Jh.; zwölf Apostel im Südportal, darüber alte Gerichtsloge; im Innern gemalter Totentanz des 15. Jh. mit 47 Figuren; viele naive Heiligenstatuen.

KERNASCLEDEN: Kirche mit gotischen Fresken (Höllenqualen, Totentanz, das Leben Christi und der Gottesmutter).

LOCMARIAQUER: „Men-er-Hroek" (Feenstein), der höchste Menhir der Welt (20,20 m), liegt in Stükken neben dem Riesendolmen Table des Marchands (im Innern rätselhafte Einritzungen).

  • JULIEN GRACQ: Raunende Muschel Bretagne
  • HERBERT GÜNTHER: Das Rätsel von Carnac
  • HENRI QUEFFELEC: Unter feuchter Sonne
  • JÜRGEN PETERSEN: Wasser besiegt den Fels
  • JOE LO VERDE: Der Sdiritt in die Zukunft
  • GÜNTER METKEN: Seltsame Heilige fürwahr
  • SIGRID METKEN: Hermelin und Königskrone
  • PAUL-ADOLF DREES: Gauguin nicht gefragt
  • ANNE DE TOURVILLE: Feal Atao — allzeit treu
  • EIN DENKMAL FÜR JOB und andere Anekdoten
  • KARL SCHWEDHELM: »L Hinterland«
  • CHRISTIAN FERBER : Den Atlantik auf der Zunge
  • GERARD GUILLOTEL : Lieber Tod als Schande
  • ANDRE MAUROIS: Chateaubriand — Bretone bis ins Mark
  • HENRI-FRANCOIS BUFFET: Unserer Phantasie geschenkt
  • FRANZ VON REX ROTH: Des Königs Tafelrunde
  • SIGRID METKEN: Wo man keltisch spricht
  • LISTIG UND HART WIE DIE MOHIKANER
  • BÜCHER ZUM THEMA »BRETAGNE«
  • GEORGES YVEL: So steht es nicht im Baedeker

MERIAN Magazin Ausgabe 9/XVII September 1964

Seitenanzahl: 102 Seiten

Sprache: Deutsch

Gewicht: 284 Gramm

MERIAN-DE.1963.nr.4/XVI

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