Frankfurter Allgemeine Magazin Heft 164 / April 1983 - Olson-Hof
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Frankfurter Allgemeine Magazin Heft 164 / April 1983 - Olson-Hof

Titelbild: Zwanzig Jahre lang begleitete der amerikanische Maler Andrew Wyeth das Leben der Farmer Alvaro und Christina Olson mit seiner Kunst. Nach dem Tod der bäuerlichen Geschwister malte Wyeth dieses Interieur, einen stillen Winkel des Olson-Hofs. Er nannte es Alvaro und Christina — und so meinte er es auch: als Widmung, als Gedenkblatt, als ein platonisches Doppelporträt

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Original Inhaltsbeschreibung:

  • Über Leute
  • Wie es ist: Günter Metken
  • Im Cafe mit Samuel Beckett: Fotos Joachim Unseld
  • Wer sie ist: Wilfried Wiegand
  • Andrew Wyeth malt Christinas Welt
  • Wo er ist: Nikolaus Münster
  • In Rio de Janeiro der Geist des Macunaima: Fotos Frank Rheinboldt
  • Achtundfünfzigste Fortsetzung des Notizbuchs: Johannes Gross
  • Kalender der Woche
  • Fragebogen: Klaus Wagenbach
  • Schach: Roswin Finkenzeller
  • Matchbox: Kreuzwort, Ortstermin Streichholzspiel

Eines allein ist sicher, das Warten:

Landstraße Ein Baum. Abend." So die Szenenanweisung lapidar. Das Bäumchen hat Theatergeschichte gemacht. Am 5. Januar 1953 wurde es im winzigen Pariser Thatre de Babylone zum erstenmal aufgepflanzt und hat seitdem ungezählte Ableger gefunden, in aller Welt. In sein dürres Geäst krallten sich die unterschiedlichsten Interpretationen, banale und burleske, clowneske und philosophisch tiefgründelnde in der Frage nach dem Sinn des Daseins. Selbst den Objekt gewordenen Kalauer zu tragen wie dieses Bin-gleich-zurück-Schild waren die kahlen Zweige noch gut. „Warten auf Godot", einst kühne Avantgarde, heute der Klassiker der Moderne, ist zum Begriff geworden; den Autor Samuel Beckett machte das Stück weltberühmt. Nicht nur sein französischer Kollege Jean Anouilh zog neidvoll den Hut, natürlich eine Melone, wie es das Stilgefühl gebot: Go-dot ist ein Meisterwerk, das die Menschen im allgemeinen und die Dramatiker im besonderen zur Verzweiflung bringen kann. Verzweifeln mochte nicht zuletzt, wer dem rätselhaften, verschlossenen Mann namens Beckett näherzukommen suchte. Diesen Neugierigen ging es häufig wie den Figuren des Stücks: Ihre einzige Gewißheit war und blieb die, zu wissen, daß sie warteten. Aber es gab und gibt zum Glück auch immer wie der Ausnahmen, Audienzen gleich. Eine solche Begegnung mit Beckett steht in diesem Heft : Paris. Ein Bistro. Später Vormittag.

Hans-Dieter Seidel

Heft Nr. 164 in der 16. Woche vom 22 April 1983

Seitenanzahl: 47 Seiten

Sprache: Deutsch

FAM-DE.1983.nr.164

Eigenschaften von diesem Artikel

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