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Der Spiegel Nr.28 / 3 Juli 1972 - Geschäft mit der Rüstung
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Der Spiegel Nr.28 / 3 Juli 1972 - Geschäft mit der Rüstung

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Titelbild: Geschäft mit der Rüstung - Pfundkrise Schiller-Krise

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Original Inhaltsbeschreibung:

In diesem Heft:

  • Die nächste Krise kommt bestimmt: Fünf Monate vor der nächsten Bundestagswahl übertraf sich Karl Schiller selbst: Er zerstritt sich mit Kanzler, Kabinett und Bundesbank­chef Klasen; Gewerkschaften und Industrie reihten sich solidarisch in die Anti-Schiller-Front ein. Anlaß war diesmal die von der Pfund­schwäche ausgelöste Krise des Weltwährungssystems, die ebenso­ wenig die letzte sein wird wie der Krach um den Doppelminister.
  • Betonburgen am Meer: An Westdeutschlands neuer Goldküste, dem 383 Kilometer langen Ostsee-Teilstück zwischen Lübeck und Flensburg, wird "geklotzt" - Baulöwen und Abschreibungsexperten ziehen mit Milliardenaufwand Ferien-Silos hoch. Luxus Apartments und Tausende von dürftigen Urlaubswohnungen entstehen "aus dem Nichts". Künstlicher Strand mußte angeschwemmt werden, zusammenhängende Planung unterblieb.
  • Mehr Sicherheit, weniger Rechtsstaat? Verdächtige Bundesbürger wie Ausländer können künftig vom Verfassungsschutz häufi­ger überwacht, von Richtern leichter verhaftet werden, der schwerbewaffnete Bundesgrenz­schutz darf notfalls als Polizeireserve für Ordnung sorgen - Teile eines umfangreichen Gesetzespakets zur Inneren Sicherheit, das vom Bundestag kurz vor dem Baader-Mein­hof-Ende noch hastig verabschiedet wurde. Hanns-Heinz Bielefeld, freidemokratischer Innenminister in Hessen, warnt in einem SPIEGEL-Gespräch: "Wir müssen auf der Hut sein, damit nicht eine Entwicklung in Richtung Polizeistaat aufbricht."
  • Südostasien - Abzug zum Nachbarn: Nur noch 39000 US-Soldaten sollen am 1. September in Südvietnam stehen - doch ein Teil der abgezogenen GIs ist lediglich nach Thailand umgezogen. Schon heute sind dort 49 000 Amerikaner stationiert, mehr als je zuvor. Von sieben Stutzpunkten aus starten die US-Bomber gegen Vietnam. Ihre Besatzungen bringen den Thais größere Deviseneinnah­men - aber auch die roten Guerillas in Thailand sind aktiver denn je.
  • Tourismus: Griechenland statt Jugoslawien?: Das billige Reiseland Jugoslawien wird teu­rer. Emigrierte Tito­ Feinde versuchen zu­dem, mit Pockenmel­dungen und Bürger­kriegsgerüchten Ur­lauber abzuschrecken. Und der Service, so heißt es, sei in Grie­chenland besser. Dorthin reisen heute mehr als doppelt soviel Touristen wie, vor vier Jahren. Statt klassischer Bildung preisen die Obristen die griechische Sonne an - und buchen den Devisenstrom als Votum für ihre Diktatur.
  • Documenta rechtfertigt ihren Ruf: Mit einem kompletten Luftschiff und einem Museum in Mickey­ Mouse-Form, mit reali­stischen Gemälden, einer Kartei für Schritte und einem ironischen Spruchband des Künstlers Ben Vautier rechtfertigt die (fünfte) Kasseler Documenta ihren Ruf als Weltausstellung moderner Kunst. Weil sie diesmal als eine "Befragung der Wirklichkeit" gedacht ist, zeigt sie auch Ver­gleichsbeispiele aus Werbung, Kitsch und Geisteskranken-Kunst.
  • Vitamine für den Sex: Westdeutsche Pharma-Firmen produzieren das Mittel vorerst "nur zur Abrundung" ihres Vitaminangebots, da es für Vitamin E medizinisch "eigentlich kein Indikationsgebiet" gebe. Doch in Amerika ist der Wirkstoff groß in Mode: Millionen schlucken Vitamin-E-Kapseln und -Dragees, vor allem, um damit ihre Sex-Leistung zu steigern. Aber es nützt nichts.
  • DGB: Kongreß der vertagten Konflikte: Auf dem Berliner DGB-Kongreß in der vergangenen Woche demon­strierten die sozialdemokratischen Gewerkschaftsmitglieder ihre Macht. Mit Rücksicht auf die kommende Bundestagswahl bügelten sie sämtliche Streitpunkte zwischen DGB und sozialliberaler Koalition, vor allem in der Mitbestimmung und der Vermögensbildung, nieder. DGB-Chef Heinz Oskar Vetter verkündete euphorisch: "Die SPD ist die Partei des Deutschen Gewerkschaftsbundes."
  • Hoesch im Schlepp der Holländer: Wenn es nach einer geheimen Absprache zwischen dem Vorstand des Dortmundet Stahlkonzerns Hoesch und dem kleineren holländischen Fusionspartner Hoogovens geht, wird die deutsche Stahlschmiede bald nur noch ein Anhängsel des niederländischen Konzerns sein: Der 800 Millionen-Neubau eines Stahlwerks in Dortmund, einst Voraussetzung der geplanten Fusion, soll wegen "verheerender Ertragslage" ausfallen.
  • Geschäftemacher bedrängt Öltrust: Die Standard Oil of New Jersey ("Esso") - der größte Öl-Konzern E ON der Welt - will sich künftig "Exxon­Corporation" nennen. Sämtliche amerikanische Tankstellen der Firma sollen ihre Benzine dann unter der Bezeichnung" Exxon" abzapfen. Jetzt versucht ein französischer Geschäftemacher namens Robert Aries, den neuen Namen öffentlich lächerlich zu machen. Er bean­sprucht das Markenzeichen für eigene Produkte, wie Exxon-Hunde­halsbänder oder Exxon-Fliegenspray. Mit dem Namens-Schabernack will Aries erst aufhören, wenn ihm Esso eine hohe Abfindung zahlt.

Seitenanzahl: 130 Seiten

Sprache: Deutsch

Gewicht: 219 Gramm

DS-DE.1972.nr.28
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Eigenschaften von diesem Artikel

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