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pardon Heft 3 / März 1973 - Komm mit mir ins Paradies!
  • pardon Heft 3 / März 1973 - Komm mit mir ins Paradies!

pardon Heft 3 / März 1973 - Komm mit mir ins Paradies!

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Titelbild & Text dazu: Sterndichter irren: Komm mit mir ins Paradies! Pardon zeigt, wo es wirklich liegt

PLUS: 12 Seiten Extra Spaß: Strips & Comix

Menge
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Original Inhaltsbeschreibung:

  • Texte, Reportagen:
    H. Bitsch: Auf Wohnungssuche
    W. Dolph: Leber und der Heldentod
    A. Buro: Meine Mehrdrecktheorie
    E. Henscheid: Interview im Wandel
    B. Rosema: Der fromme Totenwächter
    R. Rudorf: Das große Geschäft
    K. Deschner: Bildnis eines Dunkelmannes
    Ch. Buschmann: Die Verklemmten
  • Sonderteile:
    Strips & Comix
    Die Wahrheit
    PARDON-Magazin
  • Cartoons und Fotosatiren:
    H. Haitzinger: Weg mit dem Plunder!
    Jungwirth/Kromschröder: Das Paradies
    H. Traxler: Papst contra Teufel
    Filmtip: Krankenschwesternreport
    Ch. Poth: Roman-Kompreß
    ffolkes: Natürlich sind wir korrupt
  • Kolumnen:
    PARDON-Galerie: Vlasta Zäbransky
    Fred Perlus: Whisper
    Heiner Murnau: Hauch v. Scherz
  • Deschner contra Carl Amery: Irgendwann wird Karlheinz Deschner (Foto) damit rechnen müssen, daß eines seiner Opfer zurückschlägt: Nachdem er in den letzten Heften die Literaturfürsten Günter Grass und Carl Zuckmayer majestätsbeleidigt hat, sieht er diesmal dem frommen Kirchenkritiker Carl Amery unter die viel verdeckende Soutane.
  • Wie Israel gerettet wurde — im Roman: Chlodwig Poths ganz spezifische Form der Literaturkritik, sein geschriebener und gezeichneter Roman-Kompreß, ist nun schon ungefähr zehn Jahre in PARDON. Und immer wieder neu. Diesmal quetscht er die jüngste Polit-Kolportage des amerikanischen Bestselleronkels Frederick Forsyth aus: Die Akte Odessa. Lesen, ansehen, und erschüttert sein!
  • Aufzeichnungen eines Optimisten: Unter den PARDON-Mitarbeitern aus der CSSR ist Vlasta Zäbransky, einer der ältesten. Aber obwohl viele Leser die Arbeiten des Mittdreißigers aus Brno (Brünn) kennen und gelegentlich wiedererkennen, wirken sie in einer größeren Retrospektive noch verblüffender — und pessimistischer: Zeitungen ohne Text, Gesichter ohne Gesicht, Lachen durch Gewalt.
  • Die verklemmten (Bett-)Genossen: Es war schon längst mal fällig, daß einer sich die Kontaktanzeigen in den (vermeintlich) progressivsten Blättern der Nation ansah. Christel Buschmann hat es nun getan, in Konkret und Spontan. Die Bett-Genossen, die ihr dort mit flotten Soziologismen und falsch verstandener Offenheit begegneten, jagten ihr einigen Schrecken ein.
  • Reporter Perlus hilft Barzel: Für alle, die es immer noch nicht so ganz gemerkt haben:. Die jetsettigen Touren von PARDON-Reporter Fred Perlus (ein Pseudonym, das auch mal gelüftet werden müßte) sind natürlich Satire. So groß ist unser Spesen-Etat ja auch wieder nicht, daß wir dem Mann diese Touren finanzieren können. Diesmal hilft Perlus Rainer Barzel — allerdings vergeblich.

Zu diesem Heft:

Paradies in Auspuffhöhe

Zwei Männer lagern an der Frankfurter Hauptwache auf der Fahrbahn und löffeln Joghurt: Nikolaus Jungwirth und Gerhard Kromschröder, die sich nicht nur als PARDON-Mitarbeiter, sondern auch als freischaffende Aktionskünstler einen Namen gemacht haben. Sie tragen Sommerzeug und Knickerbocker und mimen Campinglife in Auspuffgasen.

Was das soll? Die beiden Aktionisten persiflieren (ab S. 11) eine der jüngsten (und teuersten) Public-Relations-Aktionen des Bilderblattes stern. Henri Nannens Bilderbogen hat sich des schmalen Geldbeutels bundesdeutscher Autoren erbarmt und die Herren Dichter mal in einen komfortablen Urlaub geschickt. Peter Rühmkorf (Die Jahre, die Ihr kennt) fuhr als erster und nach Bali, so weit gut.

Aber natürlich müssen die Ferntouristen sich hinterher im stern verbreiten, denn schließlich ist das keine reine Wohltätigkeit des Gruner- und Jahr-Konzerns. Sondern die guten deutschen Dichternamen schmücken immerhin das Blatt, und da steht nun zu befürchten, daß der übliche Reiseseiten-Journalismus Triumphe aus der linken Dichterfeder feiert: Auf Bali ist es richtig schön. Oh, welche Erkenntnis. Neckermann und Quelle werden's annoncenreich danken.

Wenn er denn schon 14 deutsche Autoren aussenden muß, um die Welt für uns neu zu beschreiben, warum schickt Henri Nannen seine Dichter nicht in das Paradies der Neger von Harlem, das Paradies der politischen Gefangenen in Brasilien, das Paradies der Guerilleros in Mocambique? Oder warum nicht in die Paradiese von Holzmann, Krupp und Mannesmann, wo deutsche und ausländische Arbeiter täglich den Himmel auf Erden genießen? Da möchte man unsere Welt doch wirklich einmal neu beschrieben sehen. Kromschröder und Jungwirth geben mit einer Wanderung durch Frankfurt ein Beispiel.

Daß Journalismus etwas anderes sein kann als Eiertanz (Enzensberger), belegt in diesem Heft auch Hannelore Bitsch (S. 8) mit ihrem Report von einer ungewöhnlichen. Wohnungssuche. Sie stellt dar, welchen Repressionen zahllose Wohngemeinschaften ausgesetzt sind, eine noch unerkannte Minderheit, wenn sie ihr Recht auf Wohnung zu realisieren versuchen.

Nochmals Journalismus in Deutschland: Die Spitzfindigkeiten über die Stellenanzeigen deutscher Journalisten (Die Ober-Peinlichen im Februar Heft) hat bei den Betroffenen und ihren Repräsentanten Beifall und Widerspruch ausgelöst: Von Anneliese Friedmann bis Werner Höfer, von Jörg Barczynski (dju) bis Bodo Zeuner (früher Spiegel, heute FU) fordern die Kollegen mehr Einsicht in die Klassenlage. (PARDON-Forum, S. 60). Das läßt hoffen.

Seitenanzahl: 78 Seiten

Sprache: Deutsch

Gewicht: 166 Gramm

pardon.1973.3
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Eigenschaften von diesem Artikel

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