Motorrad Classic 3/97 - Mai/Juni 1997 - Der Koloss
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Motorrad Classic 3/97 - Mai/Juni 1997 - Der Koloss

Titelbild: Der Koloss: Zündapp KS 750

PLUS: Es lebe der Sport: AJR TSS 350 - Zeitzeuge: NSU Max - Einfach erschwinglich: Indian Model O - Ganz schön sportlich: BMW R5 - Portrait: Hermann Gablenz

Menge
Auf Lager: Lieferzeit ca. 1 bis 4 Werktage

Original Inhaltsbeschreibung:

  • Zündapp KS 750
  • Indian Model O
  • Puch M 125
  • BMW R 5
  • NSU Standard-Max
  • Motorenvergleich: Norton/Triumph
  • New Hudson
  • Kreidler-Dienst
  • Selbst restaurieren, Teil 41
  • Nachrichten, Termine, Zeitgeistauflösung
  • Helmut Krackowizer zum 75. Geburtstag
  • Guazzoni Matta
  • Portrait Hermann Gablenz
  • AJR TSS 350

Meinung:

Zur Kasse, Bitte: Wir sind mal wieder die Dummen.

Veteranen sind von der ab 1. Juli 1997 geltenden Kraftfahrzeug-Steuerregelung ausgenommen. Für ein altes Motorrad sollen dann pauschal 90 Mark jährlich bezahlt werden. Alt heißt nach Meinung des Verkehrsministeriums mindestens 25 Jahre. Noch schlimmer: Unsere alten Motorräder sollen per Sonderkennzeichen gebrandmarkt werden, wir sollen sie nur noch an so und so viel Tagen im Jahr fahren dürfen und sollen dabei auch noch ein Fahrtenbuch, führen. Der Bundesverband Deutscher Motorveteranen-Clubs (Deuvet) mischt bei solchen Bürokraten-Denkmodellen kräftig mit und setzt sich dafür ein, für Oldtimer mindestens 40 frei wählbare Fahrten im Jahr zuzulassen. Motorradfahrer sind in diesem eingetragenen (und damit steuerfreien) Verein die Minderheit. Wichtiger scheinen dem Deuvet die Belange von Mitgliedern zu sein, die einen Mercedes 300 SL, einen 4,2 Liter-Jaguar oder einen alten Ami-Schlitten mit mindesten sieben Liter Hubraum haben und die alle so furchtbar viel Kraftfahrzeugsteuer zahlen müßten — wenn nicht der Deuvet für sie eine Pauschale von nur 375 Mark ausgehandelt hätte. Ansonsten müßten arme 300 SL-Besitzer mindestens das Dreifache, Cadillac & Co.Eigner mindestens das Sechsfache berappen. Um beim SL-Fahrer zu bleiben: Er fährt seinen Flügeltürer an maximal 15 Wochenenden mit seiner Freundin aus, besucht dann an weiteren zwei oder drei Wochenenden noch SL-Treffen und gönnt sich vielleicht noch die dreiwöchige Urlaubsreise, die nach Deuvet-Standpunkt selbstverständlich als nur eine Fahrt im Fahrtenbuch ausgewiesen werden braucht. So gesehen genügt die Deuvet-Forderung nach mindestens 40 frei wählbaren Fahrten pro Jahr vollauf. Was aber mache ich, der Tag für Tag mit einem seiner alten Motorräder zur Arbeit fährt und am Wochenende gerne mal für seine Kinder das NSU Lux-Gespann für den Ausflug zur Eisdiele oder ins Schwimmbad sattelt? Muß ich nach 40 Fahrten (oder Tagen?) das Lux-Gespann und meine Kinder stehen lassen und auf die 1971er Norton oder Triumph umsteigen? Oder muß ich gar rechnen.. sieben Fahrten mit dem Lux-Gespann, 18 mit der Commando und fünf mit der kleinen Daytona macht 30 Fahrten, bleiben noch zehn übrig?

Wenn also demnächst das Finanzamt die für die Kraftfahrzeugscheine gespeicherten Daten durchforstet nach allen Motorrädern, deren Tag der ersten Zulassung vor mindestens 25 Jahren war, flattern uns Änderungsbescheide ins Haus. Dann wird eine NSU Fox nicht mehr 14,40 Mark und eine 500er BMW nicht mehr 72 Mark kosten, sondern jeweils 90 Mark. Wir Besitzer mindestens 25 Jahre alter Motorräder werden, weil diese selten mehr als 650 cm Hubraum haben, Steuermehreinnahmen in mindestens sechsstelliger Höhe bringen. An die Besitzer alter Motorräder kann der Deuvet also gar nicht gedacht haben. Oder wurden wir als Köder zum Fraß vorgeworfen? Laßt meinetwegen den Liter Kraftstoff drei Mark kosten und schenkt uns das bißchen Kraftfahr-zeugsteuer. Und laßt uns dafür fahren, wann und wohin wir wollen.

Seitenanzahl: 98 Seiten

Sprache: Deutsch

Gewicht: 223 Gramm

MotorradClassic-DE.3-1997

Eigenschaften von diesem Artikel

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