MERIAN Weimar 4/47 April 1994
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MERIAN Weimar 4/47 April 1994

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Titelbild: Europa / Deutschland - Weimar. Der Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia­ Bibliothek ist in Weimar das Schönste. Titelbild von Constantin Beyer

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Original Inhaltsbeschreibung:

GESCHICHTE ALS ZUKUNFT

Liebe Leserin, lieber Leser

Eine deutsche Kleinstadt mit großem Namen meldet sich zurück in die Gegenwart. Wei­mar, dieses thüringische Idyll, lebt von seiner großen Vergangenheit und für die Zukunft. Es ist, im Guten wie im Schrecklichen, verdichtete deut­sche Historie. Der Name der Stadt steht für vieles, was die deutsche Kulturgeschichte charakte­risiert: die deutsche Klassik in Literatur und Kunst als Synonym für Geist und Bildung, das wegweisende, sozial engagierte Bauhaus, der dubiose Nietzsche-Kult, die Wei­marer Republik und die geistige Enge eines blinden Nationalismus mit dem Konzentrationslager Buchenwald als perversem Finale. Die Konservierung als baufälliges Klassik-Museum der DDR war letztendlich nur noch der Ausdruck einer hilflos gewordenen Ideologie.

Nach dem Fall der deutsch-deutschen Grenze wurde ein neues Kapitel aufge­schlagen, die Vergangenheit abge­staubt, die Spurensuche in der Ge­schichte wieder aufgenommen, und für 1999 wurde Weimar zur Kulturhaupt­stadt Europas auserwählt. Es wird an Versuchen nicht fehlen, wie einst die Bedeutung Weimars erneut für rückwärts gewandte Ziele zu vereinnahmen und zu mißbrauchen. Dem gilt es beizeiten entge­genzuwirken. Denn: Soweit der Name Weimars einen guten Klang besaß, wurde er abgeleitet von welt­offenem Denken und Wirken, das hier gleicher­maßen zu Hause war. Für die Zukunft ist daher zu beachten, was Jürgen Busche in diesem Heft schreibt: An dem, was Weimar in Deutschland darstellt, haben alle deutschen Länder und Land­schaften teil. Alle können sich darin wiederfinden, aber nicht, um ein Deutschland im Kreis der Nationen zu isolieren, sondern ganz anders: um als Deutschland zu diesem Kreis zu gehören. In diesem Sinne wirkt auch die von dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt und anderen hier ins Leben gerufene Deutsche Nationalstiftung, und in diesem Sinne wollen unsere Autoren, Fotografen und Illustratoren aus Ost und West ihnen diesen geistigen Bezugspunkt nahebringen, dessen Doyen einer der Großen der Weltliteratur ist: Johann Wolfgang von Goethe.

  • Corso: ECKHARD HENsCHEID. WOLFGANG MARGGRAF. EVA WINDMÖllER. ANDREAS AMMER. MICHAEL FREITAG. WULF KIRSTEN. Mit Illustrationen von HANS TRAXLER. Das Magazin in MERIAN
  • Von stiller Größe: THOMAS HÖPKER (Fotos): Klassische Ansichten aus goldener Zeit
  • Der Olymp wird restauriert: WERNER FULD: Rundgang durch das wiedererwachte Musenstädtchen
  • Menschliches, Allzumenschliches: STEPHAN MOSES (Fotos): Begegnungen im Hier und Jetzt
  • Die Dichterburg am Frauenplan: RENATE. MÜLLER-KRUMBACH: Schöner wohnen im römischen Stil
  • Charlotte oder Christiane?: CORA STEPHAN: Die ewige Kontroverse um Goethes Frauen
  • Sechs Jahre, die die Welt veränderten: VITTORIO MAGNAGO LAMPUGNANI: Über den Aufbruch des Bauhauses
  • PR-Agentur Nietzsche: ELISABETH KIDERLEN: Der Genie-Kult in der Villa Silberblick
  • Anna Amalia und die klugen Männer: ROLF VOLLMANN: Die Frau, die Weimar groß machte
  • Die Tafelrunde der Gekränkten: ECKHARD HENSCHElD: Wie der Olympier seinen Dichterkollegen Saures gab
  • Was Du ererbt von Deinen Vätern hast: ULRICH PLENZDORF: Goethes Enkel- Hausbesetzer, Skins, Aussteiger
  • Das unsichtbare Weimar: IMRE KERTESZ: Das Konzentrationslager Buchenwald - eine Erinnerung
  • Ein klassischer Spielplatz: NICOLAUS NEUMANN. ANDRE RIVAL (Fotos): Kindheit im Park an der Ilm
  • Land und Leute: BODO BAAKE: Der gesamtideelle Eckermann
  • Perspektiven: JÜRGEN BUSCHE: Weimars kulturelle Rolle
  • Geschichte: HEINRICH AUGUST WINKLER: Warum die erste deutsche Republik nach Weimar benannt wurde
  • Politik: FRITZ J. RADDATZ: Über Thomas Manns große Deutschlandrede von 1949 in Weimar
  • Zeittafel: ANDREAS HAUPTFLEISCH: Die Geistesgröße unter den deutschen Kleinstaaten
  • Zeitgeschehen: ROLF SCHNEIDER: Wie Goethe, Schiller & Co. in volkseigene Regie genommen wurden
  • Bildung: PAUL RAABE: Ein Himmelreich für Bibliophile
  • Kunst: URSULA BODE: Die Maenz-Sammlung
  • Extratour: JAN PHILIPP REEMTSMA: Nach Oßmannstedt!
  • Tips und Hinweise: CHRISTINE DANKBAR: Wege durch Weimar
  • Über Nacht: MICHAELA WUNDERLE: Das Hotel Elephant

MERIAN Magazin Ausgabe 4/47 April 1994

Seitenanzahl: 146 Seiten

Sprache: Deutsch

Gewicht: 319 Gramm

MERIAN-DE.1994.nr.4/47
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Eigenschaften von diesem Artikel

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