Der Spiegel Nr.26 / 20 Juni 1966 - Krise an der Ruhr
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Der Spiegel Nr.26 / 20 Juni 1966 - Krise an der Ruhr

Titelbild: Krise an der Ruhr

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Original Inhaltsbeschreibung:

Spiegel-Verlag/Hausmitteilung vom Datum: 20. Juni 1966 - Betr.: Käse u.a.

Neben einigen anderen Werbepionieren wird auch dem alten Mr. Sears von Sears & Roebuck, dem grössten Ver­sandhaus der Welt, der Seufzer zugeschrieben: Ich weiss, dass die Hälfte meiner Werbedollars zum Fenster hinausgeworfen ist. Ich weiss nur nicht, welche Hälfte. Den aktuell gebliebenen Zweifel der Unter­nehmer, ob ihre Millionen von den Werbeagenturen auch absatzfördernd eingesetzt worden sind, begraben die Agency boys in Zahlenlawinen. Ergebnisse der Leser­schaftsforschung werden Computern eingegeben, um durch Quantuplikationen, Kumulationsberechnun­gen und andere smarte Erfindungen nachzuweisen, welche Kombination von Zeitungen und Zeitschriften eine bestimmte Konsumentengruppe mit dem geringsten Streuverlust"- ohne hinausgeworfenes Geld - durch Anzeigen erreicht. Je überzeugender die Leserschafts­daten, desto besser die Aussichten einer Zeitschrift auf einen grösseren Anteil am Insertionsaufwand der Wirtschaft. In diesem Business, das um zweite Stellen hinter dem Komma Schlachten liefert, stieg 1965 das Insertionsauf­ kommen des SPIEGEL auf 2,25 v. H .. - des gesamten Werbeaufwandes für Markenartikel in der Bun­desrepublik . Es waren 1,23 v. H. , als der SPIEGEL vor fünf Jahren einen bärtigen, seiner Bewer­bung zufolge auch in der Breite voll ausgewachsenen Schweiger namens Alfred Wissmann zum Anzeigenleiter bestellte und von der Werbeagentur McCann deren Beauftragten für die Opel-Werbung, den ehemaligen SPIEGEL-Redakteur Heinz-Jürgen Plathner, Wissmann Plathner, zum Aufbau einer Werbeabteilung zurückholte. Plathner verlegte sich vorwiegend auf Anzeigen-Market­ing und wies in zwei Dokumentationen zum Thema Absatz und Sommerflaute nach, dass die überkommene Werbe­devise Don't advertise in August" wegen ansteigen­ der Verkäufe gerade in sommerlicher Urlaubszeit ihren Sinn verloren hat. Eine Untersuchung "Die Rolle des Mannes beim Kaufentscheid , inzwischen wissenschaftlich zitierbar, widerlegte die Unterstellung, wonach die Frau über mehr als 70 v. H. des Volkseinkom­mens verfügt, durch den Nachweis, dass der Einfluss verheirateter Männer auf negative und posi ti ve Kaufentscheidungen auch beim Familienbedarf überwiegt. Das jüngst vorgelegte neueste Produkt der Marketing Arbeit von Werbeleiter Plathner und Anzeigenleiter Wissmannuntersucht in sechs Bänden (Kleidung, Spei­sen und Getränke, Kraftfahrzeuge, Körperpflege, Urlaub und Reisen, Bücher und Schallplatten) den Bedarf des männlichen SPIEGEL-Lesers. Danach lesen von zehn Männern ohne SPIEGEL vier auch kein Buch; immerhin, selbst unter zehn SPIEGEL-Lesern hat einer nach eigenem Bekenntnis überhaupt kein Interesse an Büchern. Mehr als Nichtleser schätzen SPIEGEL-Leser französischen Käse (37:19), englische Marmelade (10:3), scharfe Saucen (41:22). Von hundert Männern zwischen 21 und 65 hinter dem Lenkrad eigener Wagen sind 42 SPIEGEL­ Leser. Rechnerisch ergeben sich aus Plathners und Wissmanns Bedarfsuntersuchung 2,4 Millionen Besitzer eines VW 1200 (davon 30 v. H. SPIEGEL-Leser) . Eine Kon­trolle anhand eigener Statistiken des VW-Werks ergab eine Fehlertoleranz von weniger als einem Prozent.

20 Juni 1966

Seitenanzahl: 98 Seiten

Sprache: Deutsch

DS-DE.1966.nr.26

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